Die Berufsberatung der Arbeitsagentur verwendet in ihren Broschüren durchgängig die Schreibweise Kosmetiker/in. Diese macht deutlich, dass der Beruf von Frauen und Männern gleichermaßen erlernt und ausgeübt werden kann. Dass die Emanzipation nicht nur Frauen den Weg in typische Männerberufe sondern auch umgekehrt Männern den Zugang zu klassischen Frauentätigkeiten öffnet, sollte selbstverständlich sein. Die Berufsbezeichnung Kosmetiker/in ist nicht geschützt. Das bedeutet, dass sie nicht nur von entsprechend ausgebildeten Personen, sondern von jeder und jedem anderen ebenso frei verwendet werden darf. Voraussetzung ist natürlich der Verzicht auf Ergänzungen, welche mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung assoziiert werden. Diese Bestimmung trifft auf viele Ausbildungsberufe zu, auch wenn diese mit einem direkten Kundenkontakt verbunden sind. Auch der Verkäufer oder die Verkäuferin kann die entsprechende Fachausbildung abgeschlossen haben – oder schlicht angelernt worden sein. Im Friseursalon wird die Kosmetikbehandlung häufig als Zusatzleistung angeboten, nachdem einige der Mitarbeiter Fortbildungsveranstaltungen besucht haben. Für den Abschluss einer Ausbildung als Kosmetikerin oder Kosmetiker sprechen neben der zuverlässigen Qualifikation die besseren Berufsaussichten in anspruchsvollen Bereichen wie exklusiven Schönheitssalons und Wellnesseinrichtungen. Auch Reha-Kliniken legen aus Qualitätsgründen Wert auf eine abgeschlossene Ausbildung der bei ihnen angestellten Kosmetikerinnen und Kosmetiker.

Die dreijährige Berufsausbildung

Der Ausbildungsberuf des Kosmetikers oder der Kosmetikerin umfasst grundsätzlich drei Lehrjahre, wobei Abiturienten und in Einzelfällen Inhaber eines mittleren Schulabschlusses bei guten Leistungen und mit Einwilligung des Betriebes eine Verkürzung beantragen dürfen. Ob der Berufsschulunterricht einmal wöchentlich oder in Form des Blockunterrichts erteilt wird, entscheidet jeder IHK-Bezirk eigenständig. Anders als angelernte Kosmetikerinnen erwerben Fachangestellte in diesem Bereich während ihrer Ausbildung nicht nur umfangreiche Kenntnisse hinsichtlich der Anwendung kosmetischer Produkte, sondern sie erlernen zugleich die Prüfung und Bewertung der Beschaffenheit und der häufig auftretenden Fähigkeiten der Haut. Für eine selbstständige Arbeit als Kosmetikerin ist die Berufsausbildung somit unumgänglich, während angelernte Kräfte die Behandlungen nach Anleitung durchführen können. Der Ausbildungsberuf der Kosmetikerin oder des Kosmetikers umfasst auch eine Einführung in die Grundlagen der manuellen Massage und der Reizstrom-Verwendung zu Massagezwecken. Des Weiteren werden Auszubildende für die Erteilung von Ratschlägen zur gesunden Lebensweise qualifiziert. Diese haben einen starken Bezug zu den direkt erkennbaren Aufgaben der Kosmetikbehandlung, denn die Haut spiegelt eine ungesunde Lebensweise und Stress stärker als die Seele wider. Wenn die Lehre in kleineren oder auf Einzelbereiche spezialisierten Betrieben erfolgt und diese keine umfassende Ausbildung gewährleisten können, besteht neben der Möglichkeit der Ausbildungskooperation zwischen verschiedenen Unternehmen auch das Angebot einer teilweise überbetrieblich durchgeführten Ausbildung. Formal ist kein Mindestschulabschluss für die Ausbildung zur Kosmetikerin vorgeschrieben, allerdings stellen Betriebe kaum Bewerber ohne Hauptschulabschluss als Azubis ein, sofern diese nicht wenigstens ein Berufsvorbereitungsjahr nachweisen.

Die Ausbildung zur Kosmetikerin in der Fachschule

Bei der dualen Ausbildung zur Kosmetikerin oder zum Kosmetiker zahlt der Ausbildungsbetrieb die festgelegte Ausbildungsvergütung, sodass Lehrlinge ihr erstes Geld verdienen. Alternativ ist die Ausbildung auf einer Kosmetikfachschule möglich. Diese zeichnet sich durch eine gegenüber der Lehre umfassendere Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen aus, wobei die Anwendung des gelernten durch Pflichtpraktika gewährleistet wird. Der Nachteil der privat angebotenen schulischen Ausbildung zur Kosmetikerin beziehungsweise zum Kosmetiker besteht darin, dass die Kosmetikschülerin kein Geld verdient, sondern im Gegenteil für die Ausbildung bezahlen muss. Fachschulen verlangen in der Regel mindestens den mittleren Bildungsabschluss, manchmal auch das Abitur als Zugangsvoraussetzung.

Fernkurse für die Ausbildung zur Kosmetikerin

Fernkurse für eine Ausbildung zur Kosmetikerin werden von verschiedenen Instituten angeboten. Sie bestehen überwiegend aus theoretischen Anteilen, der praktische Teil wird an wenigen Präsenzterminen eingeübt. Die Angebote für eine Fernausbildung zur Kosmetikerin setzen in der Regel voraus, dass die angehende Teilnehmerin bereits Grunderfahrungen hat. Als solche gelten Tätigkeiten in verwandten Berufen wie Friseuse, Krankenpflegerin oder Nageldesignerin. Ob sich die hohen Kosten der Fernausbildung zur Kosmetikerin teilweise über einen Bildungsgutschein refinanzieren lassen, ist mit der Arbeitsagentur zu klären. Die besten Förderchancen bestehen bei bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit.